Mobile Opferberatung veröffentlicht Jahresbilanz 2016

Anstieg auf 265 rechte Gewalttaten markiert „bitterste Bilanz“ seit Bestehen des Projekts/ Sachsen-Anhalt braucht Bleiberechtserlass für Opfer rechter Gewalt wie in Brandenburg

16.03.2017 Mobile Opferberatung (Halle/ Magdeburg/ Salzwedel)

265 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit 401 direkt davon betroffenen Menschen hat die Mobile Opfer-beratung für das Jahr 2016 in Sachsen-Anhalt registriert. Damit hat sich die Zahl der bekannt gewordenen politisch rechts und rassistisch motivierten Angriffe im Vergleich zu 2015 erneut erhöht. So hatte die Mobile Opferberatung im März 2016 für das Jahr 2015 217 Angriffe bekannt gegeben und damit eine Verdopplung im Vergleich zu 2014 konstatieren müssen.

„Statistisch gesehen wurde in 2016 quasi jeden Tag jemand in Sachsen-Anhalt aufgrund der Herkunft, Haut-farbe, des Glaubens, gesellschaftlichen Status, der sexuellen Identität, der politischen Einstellung oder des Engagements für eine demokratische Gesellschaft zum Ziel rechter Gewalt“, so eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. „Dieses erschreckende Ausmaß rechter Gewalt markiert die bitterste Bilanz seit Bestehen der Mobilen Opferberatung – zumal die Dunkelziffer nicht bekannt gewordener rechter Angriffe auch in 2016 um ein Vielfaches höher liegen dürfte.“

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GEMEINSAM – LOKAL – SOLIDARISCH

Zweites landesweites Vernetzungstreffen der Flüchtlingsinitiativen am 22.04.2017 in Halle (Saale)

"Liebe Unterstützer_innen,

der Flüchtlingsrat lädt alle Willkommensbündnisse, Nachbarschaftsinitiativen, antirassistischen Gruppen und natürlich auch interessierte Einzelpersonen zum zweiten, landesweiten Vernetzungstreffen nach Halle ein!

Auch im Jahre 2017 ist die ehrenamtliche Unterstützung von Geflüchteten ein wichtiger Pfeiler der solidarischen Gesellschaft: sie setzt der rassistischen Hetze etwas entgegen und trägt zu wertvollem und unbürokratischen Kontakt zwischen geflüchteten Menschen und der Mehrheitsgesellschaft bei.

Durch ihr Engagement haben sich viele Engagierte in den vergangenen Monaten und Jahren zu Expert_innen für ihre jeweiligen Themen- und Problemfelder entwickelt. Und dennoch ist die alltägliche Arbeit an der Basis niemals problem oder konfliktfrei.

Aus diesem Grund wollen wir unser Vernetzungstreffen unter genau diesen Stern stellen: Gemeinsam Lösungen entwickeln – lokal aktiv werden – solidarisch unterstützen."

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Regionalkonferenzen zur Fortentwicklung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

Das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit soll breiter aufgestellt und gemeinsam mit interessierten Partnern aus den Regionen des Landes vor Ort fortentwickelt werden. Bedarfe sollen direkt vor Ort in den Kommunen ermittelt werden und in die Fortschreibung des Landesprogramms einfließen.

Ziel des Landesprogramms ist die Stärkung des demokratischen Bewusstseins, die Förderung einer gelebten demokratischen Kultur, die Auseinandersetzung mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Radikalisierungsprävention. Die Regionalkonferenz Ost ist eine von insgesamt vier Regionalkonferenzen, bei denen Sie Ihre Erfahrungen und Anregungen zur Weiterentwicklung des Landesprogramms in Sachsen-Anhalt einbringen können.

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„...das ist deren Privatsache?“

Fachtagung am 21. März 2017 in Berlin

Familienberatung im Kontext von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Eltern oder Angehörige, deren Kinder sich in rechtsextreme Lebenswelten oder Gruppierungen orientieren oder die sich demokratie- und menschenfeindlich positionieren, reagieren oft verunsichert. Diskussionen und Streit in den Familien über unterschiedliche politische Meinungen haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der Beziehungen. Einerseits können und wollen Eltern menschenfeindliche Äußerungen ihres Kindes nicht hinnehmen, andererseits soll und darf der Kontakt zum Kind nicht verloren gehen. In den vergangenen Jahren haben betroffene Eltern wiederholt auf ihren Bedarf an Beratung und Unterstützung hingewiesen. Für viele ist es nach wie vor schwierig, ein kompetentes und niedrigschwelliges Angebot zu finden.

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Stellenausschreibung für Betroffenenberatung

Berater/in für Betroffene rechter Gewalttaten in der Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg

In der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg ist zum 1. April 2017 oder später eine Berater/innenstelle mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden zu besetzen. Das Agieren der Dessauer Opferberatungsstelle ist darauf ausgerichtet, Betroffene von rechten Gewalttaten bei der Bewältigung der materiellen und immateriellen Angriffsfolgen zu unterstützen. Ihr Büro hat die Opferberatungsstelle in Dessau. Sie ist zuständig für die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie für die Doppelstadt Dessau-Roßlau.

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"Turnschuh. Scheitel. Aluhut."

Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung - Rostock, 20. und 21.03.2017

Ist der "klassische" Rechtsextremismus in Deutschland am Ende? Mit Blick auf andere Länder im Westen und Norden Europas, wo rechtspopulistische Parteien und Bewegungen schon länger Fuß gefasst und dabei das dortige rechtsextreme Milieu in weiten Teilen in die Bedeutungslosigkeit getrieben haben, eine naheliegende Mutmaßung. Oder etwa nicht?

Die Fachtagung nimmt eine Bestandsaufnahme des Rechtsextremismus in Deutschland im Jahre 2017 vor. Das Spektrum reicht immer noch von kleinen Kameradschaften über Vereine, Bürgerinitiativen bis hin zu Parteien; es umfasst Zeitschriften, Verlage und diverses Kleingewerbe. Damit vereint es unterschiedlichste Protagonisten: junge, aktionsorientierte und in ihrer subkulturellen Identität verhaftete Neonazis, völkische "Blut und Boden"-Verfechter, wortgewaltige Agitatoren und auf parlamentarischen Bühnen agierende Funktionäre, unbeirrbare Gefolgsleute, geschichtsklitternde Publizisten und Verschwörungsideologen, die sich mal im Inneren der Erde wähnen und mal glauben, das Deutsche Reich bestehe fort. Gewalt ist steter Ausdruck ihrer Weltanschauungen, doch lassen sie sich darauf nicht beschränken.

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Demokratie-Arbeit langfristig sichern!

Offener Brief an die Bundesregierung zur Demokratieförderung - Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland

"Wir brauchen jede Stimme für die Demokratie! Unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift unsere Forderung: Nur, wenn wichtige Demokratie-Arbeit auch LANGFRISTIG gesichert ist, kann sie Wirksamkeit entwickeln. Deshalb fordert Gesicht Zeigen! zusammen mit anderen Initiativen in einem offenen Brief an die Bundesregierung den Ausbau der Demokratieentwicklung."

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Nach Angriffen auf Vorführung des Films „Du weißt schon, wie in Rostock…“ in Köthen

Miteinander e.V. warnt vor neonazistischen Einschüchterungsversuchen

Nach den neonazistischen Angriffen auf eine Vorführung des Films „Du weißt schon, wie in Rostock…“ am vergangenen Samstag auf dem Campus der Fachhochschule Köthen hat Miteinander e.V. vor dem Versuch der extremen Rechten gewarnt, den öffentlichen Raum zu besetzen und die gesellschaftliche Debatte zu dominieren: „Die Angriffe von Neonazis auf die Veranstaltung galten nicht allein den betroffenen jungen Menschen. Sie sollten auch all jene einschüchtern, die sich gegen rechte und rassistische Gewalt engagieren.“

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Fachtagung zur Fortentwicklung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

29. November 2016 in Magdeburg

Am 8. Mai 2012 hat die Landesregierung beschlossen, Maßnahmen zur Stärkung von Demokratie, Toleranz, Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz und zur Prävention von Rechtsextremismus, Rassismus und anderen Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in einem Landesprogramm zu bündeln. Der Koalitionsvertrag für die 7. Legislaturperiode legt fest, „dass das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit nicht nur fortgesetzt, sondern weiterentwickelt und in seinen Fördermöglichkeiten für Institutionen und Vereine gestärkt wird“. Fremdenfeindliche, rassistische und menschenverachtende Agitationen im Land haben zugenommen. Die demokratische Kultur ist gefordert, in der Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Gruppierungen nicht nachzulassen.

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Rechten Terror als rechten Terror benennen

Fachkonferenz 3./4. Nov. 2016 Halle (Saale)

Nach dem NSU: aktuelle Entwicklungen, Analysen und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten

"Wann fängt rechter Terror eigentlich an? Die unabhängigen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt verzeichneten in Ostdeutschland und Berlin für das Jahr 2015 einen Anstieg der rechten Gewalttaten um etwa 90 % im Vergleich zu 2014. Dabei ist das Gewaltpotential gefährlich angestiegen. Zunehmend setzten Täter*innen Waffen, Sprengstoffe und Brandsätze ein. Auch im Jahr 2016 bleibt die Zahl der Gewalttaten unverändert hoch. In vielen Gegenden in Ost- und Westdeutschland gelingt es rechten Täter*innen ein ‚Klima der Angst‘ zu erzeugen, das sich hauptsächlich gegen Asylsuchende und ihre Unterstützer*innen richtet, aber auch gegen Politiker*innen und vermeintliche politische Gegner*innen. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer für Gewalttaten deutlich höher ist. Expert*innen und Behörden warnen im Zuge dieser Gewalt vor einer neuen rechten Terrorgefahr. Im Rahmen unserer zweitägigen Konferenz diskutieren wir, was Terror von Rechts heute ausmacht "Rechten Terror als rechten Terror benennen“ und wo seine gesellschaftlichen Wurzeln liegen. Wir analysieren aktuelle rechtsterroristische Strukturen und Bezüge und fragen, wann rechter Terror eigentlich anfängt. Am zweiten Tag widmen wir uns stärker der Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und stellen die zivilgesellschaftliche Initiative Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ vor. Wir beantworten die Frage, weshalb es in Sachsen-Anhalt keinen eigenen NSU-Untersuchungsausschuss gab. Zudem geht es in unseren Workshops auch um praktische gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten."

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