Tag der Erinnerung 2020

„Warum Adriano?“ - Übersicht über die Aktivitäten zum Tag der Erinnerung 2020

Am 11. Juni 2020, 20 Jahre nach der Ermordung Alberto Adrianos - und nach der Ermordung von mindestens 14 weiteren Menschen durch rechte Gewalttäter in Sachsen-Anhalt seit der Wende - wollen wir erneut den Tag der Erinnerung begehen, in Dessau und in anderen Städten.

Auch die COVID19-Pandemie bietet einen Bezugspunkt für rechte Mobilisierung und rechte Gewalt und es bleibt zu befürchten, dass sich die Situation im Nachgang der Pandemie-Krise eher noch verschärfen wird. Gerade deshalb war es uns wichtig, den geplanten „Tag der Erinnerung“ nicht ausfallen zu lassen.

Einige geplante Programmpunkte, insbesondere eine Fachtagung im BAUHAUS-Museum in Dessau, können dennoch nicht durchgeführt werden. Wir haben das Programm angepasst, um den Tag in einer den  aktuellen Umständen angemessenen Form stattfinden zu lassen.

Corona und extreme Rechte - Einschätzung und Thesen des Bundesverband Mobile Beratung e.V.

9 Thesen zu Anfeindungen, Verschwörungsmythen und rechtsoffene Versammlungen im Kontext der Corona-Pandemie - 21. Mai 2020

Die gesellschaftlichen Herausforderungen durch die aktuelle Covid-19-Pandemie haben seit Februar 2020 nicht zuletzt zu drastischen staatlichen Maßnahmen geführt. Diese werden zum einen in den Sozialen Medien häufig emotionalisiert diskutiert, zum anderen finden in vielen Orten Kundgebungen und Proteste als Reaktion statt. Nicht selten lassen sich jedoch sowohl online als auch in Redebeiträgen auf den „Corona-Demos“ antisemitische Bilder oder Verschwörungsmythen und Erzählstränge aus dem extrem rechten und antidemokratischen Repertoire wiederfinden. Diese werden zunehmend insbesondere in den Sozialen Medien weit über das (extrem) rechte Milieu hinaus verbreitet. Zeitgleich kommt es vermehrt zu Angriffen und Bedrohungen, zunächst vor allem gegen als asiatisch gelesenen Menschen.

Problembeschreibung Antisemitismus in Sachsen-Anhalt

Bundesverband RIAS e.V. stellt Studie zu Antisemitismus in Sachsen-Anhalt vor – positive Bezüge auf den NS oder Relativierungen der Schoa sind dominierende Formen

Pressemitteilung Bundesverband RIAS e.V., Magdeburg, 28.04.2020

Nicht erst seit dem rechtsextremen Terroranschlag in Halle (Saale) im Oktober 2019 ist Antisemitismus für Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt alltags-prägend. Das geht aus einer Befragung jüdischer Gemeinden hervor, die der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. heute vorstellte.

Die„Problembeschreibung: Antisemitismus in Sachsen-Anhalt“ wurde vom Bundesverband RIAS e.V. im Auftrag der Landesregierung Sachsen-Anhalt erstellt. Sie setzt sich zusammen aus einer Analyse von polizeilichen und zivilgesellschaftlichen Daten zu antisemitischen Vorfällen und Straftaten im Bundesland und einer Befragung jüdischer Communities vor Ort.

Rechtsextremismus im Netz

Bericht 2018/2019 von Jugendschutz.net

Hass und rechtsextreme Propaganda sind im Netz alltägliche Erscheinungen. Social Media wird von Rechtsextremen als Aktionsfeld begriffen, in welchem in öffentliche Diskurse eingegriffen, Aufmerksamkeit für die eigene Weltdeutung gewonnen und neue Gefolgschaft rekrutiert werden soll. Rechtsextreme Akteure und Gruppierungen aus unterschiedlichen Spektren nutzen dazu die ganze Bandbreite an Social Media und ihren Möglichkeiten.

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2019

Pressemitteilung vom 04.04.2020

Rechtsterroristischer Anschlag in Halle (Saale) ist nur die Spitze des Eisbergs rechter Gewalt. Alle zwei bis drei Tage wurden in Sachsen-Anhalt Menschen Opfer eines rechten, rassistischen oder antisemitischen Angriffs. „Staat und Gesellschaft dürfen die Betroffenen nicht mit den existenziellen Folgen rechter Gewalt alleine lassen.“

Mehr als fünf Monate nach dem rechtsterroristischen Attentat von Halle (Saale), bei dem am 9. Oktober 2019 die 40-jährige Jana L. und der 20-jährige Kevin S. getötet, drei Menschen verletzt wurden und mindestens 60 Menschen nur durch glückliche Umstände überlebten, fällt die Bilanz rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt für das Jahr 2019 dramatisch aus. Mit 133 politisch rechts motivierten Gewalttaten, darunter zwei Morde und mindestens 60-facher versuchter Mord zeigt sich deutlich: Rechte, rassistische oder antifeministische Diskurse und antisemitische Verschwörungstheorien können jederzeit und überall den Resonanzboden für tödliche Gewalt bilden. Die Folgen des Attentats belasten die Hinterbliebenen und Überlebenden schwer – psychisch, körperlich oder auch wirtschaftlich.

Demokratiebeirat empfiehlt verstärkte Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus

Pressemitteilung, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt

Am 17. Dezember 2019 hat der Beirat des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in einer Sondersitzung über die Folgen des Anschlags vom 9. Oktober 2019 in Halle beraten. Dabei hat der Beirat den Appell von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff aufgegriffen, der in seiner Regierungserklärung vom 23. Oktober 2019 zum Anschlag von Halle erklärt hat: „Die Demokratie braucht politische Bildung und professionelle Kompetenz bei Erziehern und Pädagogen. Aufklärung und Bildung schützen vor einfachen Welterklärungen.“

Rechtsextremer Terroranschlag an Jom Kippur - Gesellschaftliche Zusammenhänge benennen und Betroffenen beistehen

Pressestatement des Bundesverbands Mobile Beratung e.V., des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. sowie des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.

11.10.2019 - Die Ereignisse in Halle haben die Sorgen der jüdischen Communities in Deutschland bestätigt: Antisemitismus ist für Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht nur eine alltagsprägende Erfahrung, sondern nach wie vor eine potentiell tödliche Bedrohung. Über fünfzig Personen mussten im Innern der Synagoge von Halle am höchsten jüdischen Feiertag stundenlang verharren, nachdem der rechtsextreme Täter versuchte, schwer bewaffnet zu ihnen vorzudringen. Der folgende mörderische Anschlag auf einen Dönerimbiss erfolgte nicht aus Zufall, sondern war rassistisch motiviert.

"Demokratie führt Regie"

Erste landesweite Demokratiekonferenz

Zur 1. landesweiten Demokratiekonferenz laden die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration am Mittwoch, 28. August 2019, von 9.30 bis 16.00 Uhr in das Kulturzentrum Moritzhof in Magdeburg ein.

Mehr als nur zur Wahl gehen… Formate politischer Bildung in Prävention und Sozialarbeit

Fachtagung von Miteinander e.V. am 05.09.2019 in Halle

Politische Bildung hat viele Gesichter: Sie zeigt sich als Ausflug in den Bundestag, als Filmabend, als Geschichts- oder Theaterworkshop, als Vortragsreihe oder Fortbildung, als Kunstprojekt oder Stolpersteinspaziergang, als Gestaltung einer Stadtteilzeitung oder als Ausstellung… All diese Formate eint, dass sie die Möglichkeit bieten, sich (kritisch) mit der Umwelt, mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen, aber auch mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt auseinanderzusetzen. Dabei sind auch methodisch Teilhabe und Eigenverantwortung zentral. Politische Bildung versucht also ganz im Sinn der Prävention, Menschen zu befähigen und anzuregen, sich ein eigenes Urteil zu bilden und aktiv an der Gestaltung ihres Lebensraums im Sinne demokratischer und an den Menschenrechten orientierter Werte mitzuwirken.

Tag der Erinnerung 2019 - 11. Juni 2019, 15 Uhr, Stadtpark Dessau

19 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano - 11 Jahre nach dem Mord an Hans-Joachim Sbrzesny

Alberto Adriano

In der Nacht zum 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano von drei rechten Schlägern im Dessauer Stadtpark bewusstlos geprügelt. Im Krankenhaus starb er später an den massiven Verletzungen.

Hans-Joachim Sbrzesny

Am 1. August 2008 wurde der 50 Jahre alte Hans-Joachim Sbrzesny von zwei vorbestraften Rechten
im Park vor dem Dessauer Hauptbahnhof auf brutale Weise ermordet.