Nach Angriffen auf Vorführung des Films „Du weißt schon, wie in Rostock…“ in Köthen

Miteinander e.V. warnt vor neonazistischen Einschüchterungsversuchen

Nach den neonazistischen Angriffen auf eine Vorführung des Films „Du weißt schon, wie in Rostock…“ am vergangenen Samstag auf dem Campus der Fachhochschule Köthen hat Miteinander e.V. vor dem Versuch der extremen Rechten gewarnt, den öffentlichen Raum zu besetzen und die gesellschaftliche Debatte zu dominieren: „Die Angriffe von Neonazis auf die Veranstaltung galten nicht allein den betroffenen jungen Menschen. Sie sollten auch all jene einschüchtern, die sich gegen rechte und rassistische Gewalt engagieren.“

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Fachtagung zur Fortentwicklung des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

29. November 2016 in Magdeburg

Am 8. Mai 2012 hat die Landesregierung beschlossen, Maßnahmen zur Stärkung von Demokratie, Toleranz, Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz und zur Prävention von Rechtsextremismus, Rassismus und anderen Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in einem Landesprogramm zu bündeln. Der Koalitionsvertrag für die 7. Legislaturperiode legt fest, „dass das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit nicht nur fortgesetzt, sondern weiterentwickelt und in seinen Fördermöglichkeiten für Institutionen und Vereine gestärkt wird“. Fremdenfeindliche, rassistische und menschenverachtende Agitationen im Land haben zugenommen. Die demokratische Kultur ist gefordert, in der Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Gruppierungen nicht nachzulassen.

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Rechten Terror als rechten Terror benennen

Fachkonferenz 3./4. Nov. 2016 Halle (Saale)

Nach dem NSU: aktuelle Entwicklungen, Analysen und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten

"Wann fängt rechter Terror eigentlich an? Die unabhängigen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt verzeichneten in Ostdeutschland und Berlin für das Jahr 2015 einen Anstieg der rechten Gewalttaten um etwa 90 % im Vergleich zu 2014. Dabei ist das Gewaltpotential gefährlich angestiegen. Zunehmend setzten Täter*innen Waffen, Sprengstoffe und Brandsätze ein. Auch im Jahr 2016 bleibt die Zahl der Gewalttaten unverändert hoch. In vielen Gegenden in Ost- und Westdeutschland gelingt es rechten Täter*innen ein ‚Klima der Angst‘ zu erzeugen, das sich hauptsächlich gegen Asylsuchende und ihre Unterstützer*innen richtet, aber auch gegen Politiker*innen und vermeintliche politische Gegner*innen. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer für Gewalttaten deutlich höher ist. Expert*innen und Behörden warnen im Zuge dieser Gewalt vor einer neuen rechten Terrorgefahr. Im Rahmen unserer zweitägigen Konferenz diskutieren wir, was Terror von Rechts heute ausmacht "Rechten Terror als rechten Terror benennen“ und wo seine gesellschaftlichen Wurzeln liegen. Wir analysieren aktuelle rechtsterroristische Strukturen und Bezüge und fragen, wann rechter Terror eigentlich anfängt. Am zweiten Tag widmen wir uns stärker der Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und stellen die zivilgesellschaftliche Initiative Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ vor. Wir beantworten die Frage, weshalb es in Sachsen-Anhalt keinen eigenen NSU-Untersuchungsausschuss gab. Zudem geht es in unseren Workshops auch um praktische gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten."

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Beratungsprojekte gegen Rechtsextremismus in Anhalt bilanzieren 1. Halbjahr 2016

Neonazistische und rechte Aktivitäten in der Region auf Allzeithoch seit Beginn der Erfassung


Die Zahlen und Analysen der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (OBS) und des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (Projekt GegenPart) beschreiben ein deutliches Bild: In der Region Anhalt (Dessau-Roßlau, Landkreis Wittenberg, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gehören rechtsextreme und demokratiefeindliche Bestrebungen zur Realität auf den Straßen, öffentlichen Plätzen und in den sozialen Medien. In den ersten sechs Monaten des Jahres haben zwischen Elbe und Saale statistisch gesehen jeden Tag 1,6 mal Rechtsextremisten Menschen bedroht, Aufmärsche organisiert, Propagandadelikte verübt und zugeschlagen. Die Opferberatungsstelle (mehr dazu hier...) registrierte im Berichtszeitraum (1. Halbjahr 2016) insgesamt 29 Straf- und Gewalttaten mit einer rechtsextremen Motivation. Damit wurde das Angriffsniveau aus dem Vergleichszeitraum 2015 (21 Angriffe) um 38% überschritten. Die von Projekt GegenPart erfassten Chronikmeldungen (mehr dazu hier...) verstärken diese Tendenz nochmals. Rassistische und rechtsextreme Mobilisierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte, ein Anstieg rechter Gewaltstraftaten und Anschläge sind nur einige Gründe für diesen exorbitanten Anstieg.

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Flüchtlingsinitiativen und Bürger_innenbündnisse pro Demokratie in der Region Anhalt

Klausurtagung "Motivieren. Vernetzen. Stärken." und Verabschie-
dung eines gemeinsamen Positionspapiers

Im Jahr 2015 stiegen auch in der Region Anhalt die Zahlen der Asylanträge geflüchteter Menschen. Krisen, Kriege, politische oder religiöse Verfolgung sind nur einige Gründe, die Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt zur Flucht aus ihrem Lebensumfeld treiben. Sie suchen in ihren Aufnahmeorten Schutz für Leib und Leben, Ruhe, Frieden – einen Neuanfang.

Um diese Menschen willkommen zu heißen und ihnen zu helfen, sich an ihrem neuen Wohnort zurecht zu finden und so den Start in einen neuen Lebensabschnitt zu erleichtern, haben sich Initiativen gegründet und Einzelpersonen dazu entschieden, sich für asylsuchende und geflüchtete Menschen zu engagieren. Diesen Herausforderungen zu begegnen und die engagierten Initiativen und Einzelpersonen
 zu unterstützen war Motivation und Ziel zugleich, am Samstag, den 13. August 2016, im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Aken, eine Tagung der regionalen Flüchtlingsinitiativen und Bürger_innenbündnisse pro Demokratie in der Region Anhalt zu veranstalten, an der etwa 45 Engagierte aus der gesamten Region teilnahmen. Auf der Grundlage eigener Erfahrungen, Wünsche und Bedarfe tauschten sich die Teilnehmenden in Diskussionen und Workshops aus. Am Ende der Tagung stand ein von allen Teilnehmenden, Initiativen und Bündnissen verabschiedetes Positionspapier.

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Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt lädt zum ersten landesweiten Initiativentreffen

Magdeburg am 20.08.2016 von 10 bis 17 Uhr

"Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt lädt zum ersten landesweiten Initiativentreffen nach Magdeburg ein. Wir möchten alle Willkommensbündnisse, Nachbarschaftshilfen, antirassistischen Arbeitsgruppen und natürlich auch interessierte Einzelpersonen für einen Tag zusammenbringen: Gemeinsam wollen wir uns kennenlernen, über Praxiserfahrungen austauschen, in Workshops Neues erfahren und für die zukünftige Arbeit vernetzen.

Der Flüchtlingsrat möchte Euch daher Zeit, Räume, Moderation, Verpflegung und Unterhaltung anbieten, um all dies zu ermöglichen. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingsunterstützung und antirassistischen Arbeit engagieren, aber natürlich sind auch Hauptamtliche willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung im Voraus wird aber gebeten. Die Veranstaltungssprache wird Deutsch sein."

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Spendenaufruf für mehrfach von rassistischer Gewalt Betroffenen in Halle (Saale)

Dokumentation des Spendenaufrufs der Mobilen Opferberatung Süd (Halle) vom 07.07.2016

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns heute mit einem besonderen Anliegen an Sie und Euch: Der heute 38-jährige Sifi­so M. (Name geändert), Schwarzer Musiker und Rastafari, wurde in den vergangenen Jahren auf­grund seines Äußeren immer wieder zum Ziel entgrenzter, rassistischer Gruppengewalt mit gravie­renden und langanhaltenden physischen, psychischen und psychosozialen Folgen. Um überhaupt eine Stabilisierung bis hin zur Bewältigung des Erlebten zu erreichen hofft er auf eine letzte Chance – eine Traumathera­pie in seinem Heimatland Südafrika. Hierfür ist er auf Ihre und Eure Spenden angewiesen.

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Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2016: ab sofort bewerben!

Einsendeschluss ist der 25.09.2016

Zum 16. Mal schreibt das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) den Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ aus. Den Gewinner/-innen winken Geldpreise in Höhe von 1.000 bis 5.000 Euro und eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit. Damit unterstützt das von der Bundesregierung gegründete BfDT zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Bereich der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung. Demokratie bedeutet, sich in die Angelegenheiten vor Ort einzumischen und beginnt z.B. in der Familie, in der Schule sowie in der Freizeit. Es sollen Einzelpersonen und Gruppen, die das Grundgesetz im Alltag auf kreative Weise mit Leben füllen, für ihr Engagement gewürdigt werden.

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„Viel schlimmer für das Image einer Stadt wäre es, wenn man solche Taten unter den Teppich kehrt.“

TAG DER ERINNERUNG  am 10. Juni 2016 im Dessauer Stadtpark // 100 Teilnehmer_innen gedenken Alberto Adriano, Hans-Joachim Sbrzesny und allen Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2000 betranken sich Neonazis, sie grölten lautstark neonazistische Songtexte, schaukelten sich auf und trafen schließlich im Dessauer Stadtpark auf Alberto Adriano. Die menschenverachtende Ideologie hinter den 3 jungen Tätern und den von ihnen gegrölten Songtexten wurde bittere Realität. Alberto Adriano (mehr dazu hier…) wurde von ihnen so brutal zusammengeschlagen und getreten, dass seine massiven Verletzungen drei Tage später zu seinem Tod führten.

 

Acht Jahre später und keine 500 Meter vom Stadtpark entfernt, traf dieser unsägliche Hass Hans-Joachim Sbrzesny vor dem Dessauer Hauptbahnhof (mehr dazu hier…).  Dieser wurde in der Nacht zum 01. August 2008 von der rechten Szene nahestehenden Tätern solange bestialisch misshandelt, bis er starb.

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Inakzeptables Fehlverhalten der Polizei nach rechtem Angriff in Halle (Saale)

Presseerklärung der Mobilen Opferberatung vom 07. Juni 2016

Betroffene und Mobile Opferberatung kritisieren, „Polizeibeamte haben die Opfer nicht ernst genommen und nicht sofort umfassend ermittelt“. Mobile Opferberatung warnt vor tödlicher Gefahr durch rechte Schläger und Neonazis für Flüchtlinge sowie nicht-rechte und alternative Jugendliche und junge Erwachsene.

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