„...das ist deren Privatsache?“

Fachtagung am 21. März 2017 in Berlin

Familienberatung im Kontext von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Eltern oder Angehörige, deren Kinder sich in rechtsextreme Lebenswelten oder Gruppierungen orientieren oder die sich demokratie- und menschenfeindlich positionieren, reagieren oft verunsichert. Diskussionen und Streit in den Familien über unterschiedliche politische Meinungen haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der Beziehungen. Einerseits können und wollen Eltern menschenfeindliche Äußerungen ihres Kindes nicht hinnehmen, andererseits soll und darf der Kontakt zum Kind nicht verloren gehen. In den vergangenen Jahren haben betroffene Eltern wiederholt auf ihren Bedarf an Beratung und Unterstützung hingewiesen. Für viele ist es nach wie vor schwierig, ein kompetentes und niedrigschwelliges Angebot zu finden.

Hier setzt die Konferenz an: Wir sprechen Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule und anderen Kontexten an, die mit Eltern arbeiten. Sie sollen dabei unterstützt werden, Handlungssicherheit in der Familienberatung im Umgang mit Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu bekommen. Phänomene wie Rassismus oder Ultranationalismus bedürfen in unserer Einwanderungsgesellschaft eines professionellen Umgangs. Wie unterstützen wir demokratisch eingestellte Eltern? Wie beraten wir Eltern, die Feindbilder und Vorurteile teilen und den-noch Nachteile für ihre Töchter/Söhne befürchten, die sich rechtsextrem orientieren? Welche Kooperationen zwischen Eltern, Schule oder Jugendhilfe sind hier sinnvoll?

Neben dieser Zielgruppe stellen auch rechtsextreme Elternhäuser pädagogische Fachkräfte vor große Herausforderungen. Auf der Konferenz erörtern wir die Rolle der Familiengeschichte bei der Herausbildung rechtsextremer Orientierungen. Außerdem wenden wir uns Einstiegsmotiven zu, die Jugendliche veranlassen, Mitglied in rechtsextremen Gruppier-ungen zu werden. Erfahrungen aus der Beratungsarbeit werden vorgestellt und Themen für spezifische Kontexte aufgeworfen: Wie können z.B. Väter so angesprochen werden, dass sie Beratungsangebote als hilfreich und annehmbar erleben? Was können Elternvertretungen und -beiräte tun? Und was bedeutet es, sensibel für verschiedene Erfahrungen in unterschiedlichen Herkunftsmilieus zu sein und wie kann ich dies umsetzen?

Termin/ Ort

Fachtagung am 21. März 2017
von 9.30 bis 17.00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung
im Amerika Haus
Hardenbergstraße 22 - 24
10623 Berlin

Info/ Programm/ Anmeldung

Hier gibt es den Veranstaltungsflyer als PDF-Datei zum Donwload

"...das ist deren Privatsache?"