Mobile Opferberatung stellt Jahresbilanz 2017 vor - knapp 200 politisch rechts motivierte Gewalttaten in Sachsen-Anhalt

Rassismus größte Gefahr für die Gesellschaft - Bedrohliche Zunahme antisemitischer Angriffe von Rechts

198 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit 291 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt registriert. Dies ist die dritthöchste Zahl rechter Gewalttaten in den letzten zehn Jahren. „Es gibt nach der massiven Zunahme in den beiden Vorjahren (2015: 217, 2016: 265 Angriffe im Vergleichszeitraum) trotz eines Rückgangs keinen Anlass zur Entwarnung“, so eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. 73 Prozent der Angriffe (145) waren rassistisch motiviert. Damit ist deren Anteil an der Gesamtzahl sogar noch weiter gestiegen.

„Das Ausmaß rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ist ausgesprochen bedrohlich“, sagt eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. Alle zwei Tage wurden im Jahr 2017 Menschen in Sachsen-Anhalt aufgrund ihrer (vermeintlichen) Herkunft, ihres politischen Engagements bzw. Einstellung, ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer geschlechtlichen Identität bzw. sexuellen Orientierung oder ihrer Behinderung angegriffen. Die Zahl für 2017 kann nur als vorläufig gewertet werden, da wie auch in den Vorjahren mit Nachmeldungen zu rechnen ist. So haben sich mittlerweile die Angriffe für das Jahr 2015 auf 239 und für 2016 auf 290 erhöht.

14.03.2018 Mobile Opferberatung (Halle/ Magdeburg/ Salzwedel) in Kooperation mit Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten (Dessau)

Infos/ Kontakt

Die ausführliche Bilanz der Beratungen für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt in Sachsen-Anhalt sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier:

mobile-opferberatung.de

opferberatung-dessau.de