Beratung für Opfer rechter Gewalt

Von politisch rechts motivierter Gewalt sind in der Regel Angehörige gesellschaftlich marginalisierter Gruppen betroffen, die in ihrem Alltag oft vielschichtigen Formen der Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren, beispielsweise Flüchtlinge und Migrant_innen, Schwarze Deutsche, Alternative/Linke, Wohnungslose oder Homo- und Transsexuelle. Die Angreifer sehen sich oft als vermeintliche "Vollstrecker des Volkswillen" und spekulieren auf Zustimmung. Nicht selten erleben Betroffene die Tatenlosigkeit von Zeugen und Zeuginnen oder eine Entpolitisierung und Verharmlosung der Angriffe verletzender als die Tat selbst.

Spezifisch an rechter Gewalt ist, dass sie sich zumeist nicht gegen den Mensch als Individuum, sondern als Vertreter und Vertreterin einer Gruppe richtet, die von den Tätern und Täterinnen abgewertet wird. Damit hat die einzelne Tat immer auch eine Appellwirkung des "Unerwünschtsein" auf die Gruppen, denen die Betroffenen (vermeintlich) angehören. Die Folgen sind schwerwiegend: eingeschränkte Mobilität, äußerliche Anpassung bis hin zum Verschwinden alternativer Jugendkulturen, Rückzug aus dem öffentlichen Raum, die Etablierung angstbesetzter Räume und weitere gesellschaftliche Marginalisierung.

Für die Arbeit der Opferberatungen heißt das, dass die individuelle Beratung und Unterstützung der Betroffenen bei der Bewältigung der Angriffsfolgen ohne sozialpolitische Lobbyarbeit und lokale Intervention nicht denkbar ist. Den Betroffenen im politischen und öffentlichen Diskurs Gehör zu verschaffen und deren Rechte zu stärken bleibt deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Mobilen Opferberatung.

"Was tun nach einem rassistischen Angriff?"

 

Broschüre als pdf-Datei zum Download auch auf französisch ("Que faire apres une attaque raciste?") und englisch ("What to do after a racist attack?”)

Die Broschüre gibt Betroffenen einen fundierten Überblick über ihre Rechte nach einer rechten oder rassistisch motivierten Gewalttat. In einzelnen Kapiteln werden die wichtigsten Fragen ausführlich beantwortet, wie beispielsweise: "Was passiert, wenn ich eine Anzeige stelle?" oder "Warum brauche ich einen eigenen Anwalt und was bedeutet Nebenklage?" sowie die Frage danach, wer die Kosten für Nebenklage, aber auch materielle Angriffsfolgen übernimmt. Da sich die Broschüre direkt an englisch- und französischsprachige Migrant/innen, Flüchtlinge und ausländische Studierende richtet, behandelt sie zudem in einem weiteren Kapitel die Frage nach möglichen aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen eines laufenden Ermittlungsverfahrens. Darüber hinaus stellt sie den Betroffenen bzw. deren Umfeld eine Liste von Adressen zur Verfügung, bei denen sie Unterstützung und Beratung erhalten können.

Kontakt/ weitere Informationen unter:

Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt
www.mobile-opferberatung.de

Flyer der Mobilen Opferberatung als pdf zum Download

 

 

 

 

 

 

 

Infoflyer "Was tun nach rassistischer Gewalt?" in deutsch, englisch, französisch, arabisch, farsi, somali und russisch als pdf zum download

 

 

 

 

Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten
Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg
www.opferberatung-dessau.de

Flyer der Opferberatung Dessau als pdf zum Download