Mutmaßlich extrem rechte Anschlagsserie in Dessau

Erhebliche Sachschäden nach mehreren Anschlägen in Dessau // Angriffe auf das Alternative Jugendzentrum, das Regionalbüro der Partei DIE LINKE, sowie das Lokal Bibers Corner // Versuch Bedrohungslage gegen politisch gegen Rechts Engagierte zu schaffen

In den frühen Morgenstunden des 11. Mai 2016 verübten bislang unbekannte Täter mehrere Anschläge auf das Vereinsgebäude des Alternativen Jugendzentrum Dessau (AJZ), das Regionalbüro der Partei DIE LINKE sowie das Lokal Bibers Corner in Dessau. Im AJZ sind u. a. das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt (Projekt GegenPart), die externe Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Dessau-Roßlau und die Koordinierung des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE ansässig. Nach dem Mobilen Beratungsteam vorliegenden Informationen, scheinen die Anschläge eine konzertierte Aktion mehrerer Täter_innen gewesen zu sein.

Mobile Opferberatung bittet um Spenden für Betroffene des massiven Wohnungsüberfalls am 23.04.16 in Halle (Saale)

Dokumentation des Spendenaufrufes

Am 23. April, in der Nacht zu Samstag, gegen 0:50 Uhr, traten Unbekannte offenbar gezielt die Wohnungstür einer alternativen Wohngemeinschaft ein. Unter „Scheiß Zecken“-Rufen stürmen etwa zehn Angreifer in die Zimmer der Schlafenden, zerrten drei junge Männer aus ihren Betten und schlugen und traten auf sie ein. Ein Punk erlitt blutende Stichverletzungen am Rücken und am rechten Arm, ein weiterer musste u.a. mit diversen Hämatomen an der rechten Gesichtshälfte stationär im Krankenhaus behandelt werden. Ein Skinhead wurde zudem mit Flaschen beworfen und trug u.a. eine Schulterprellung sowie diverse Hämatome an Kopf und Oberkörper davon.

Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt bilanziert Gesamtjahr 2015

Exorbitante Steigerung neonazistischer Aktivitäten und Gewalttaten in der Region // So viele Chronikmeldungen und Beratungsfälle wie noch nie verzeichnet

Die Zahlen und Analysen des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (Projekt GegenPart) beschreiben ein deutliches Bild: In der Region Anhalt (Dessau-Roßlau, Landkreis Wittenberg, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gehören rechtsextreme und demokratiefeindliche Bestrebungen zur Realität auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. Zwischen Elbe und Saale haben statistisch gesehen 1,2 mal pro Tag Rechtsextremisten Menschen bedroht, Aufmärsche organisiert, Propagandadelikte verübt und zugeschlagen.

Leerstelle Rassismus - NSU und die Folgen

Fachtag am 01. Juni 2016 in Kassel

Im April 2016 jährt sich der Mord an Halit Yozgat durch den NSU zum zehnten Mal. Kurz nach der Tat fand ein Schweigemarsch durch Kassel statt, bei dem „Kein 10.Opfer“ gefordert wurde. Obwohl bei dieser Demonstration, wie auch bei allen anderen Morden und Anschlägen, die Angehörigen und Anwohner/innen wiederholt auf die möglichen rechtsextremistischen Motive der Täter hingewiesen haben, fand diese Perspektive kaum Eingang in die Ermittlungen, die Presseberichterstattung und somit auch nicht in die öffentliche Wahrnehmung. Die rassistische Botschaft kam wohl bei den Betroffenen an, nicht jedoch in der Mehrheitsgesellschaft. Hier blieb das rassistische Motiv eine Leerstelle.

Vor dem Hintergrund der NSU-Morde befasst sich die Tagung mit den Fragen:

· welche Mechanismen dazu beitragen, dass die Perspektiven Betroffener ausgeblendet werden konnten,
· wie stattdessen die Perspektiven von Menschen mit Rassismuserfahrung gleichberechtigt in den gesellschaftlichen Diskurs einfließen können,
· welche Handlungsempfehlungen sich mit dem heutigen Wissen um vergangene und aktuelle „Leerstellen“ mit Blick auf Rassismus ableiten lassen.

"Erkennen - Verstehen - Handeln" - Verläufe rechtsextremer und islamistischer Radikalisierung von Jugendlichen und mögliche Handlungsansätze

Landesweiter Fachtag, Dienstag, 17. Mai 2016 von 9.30 – 16.00 Uhr
Ministerium für Arbeit und Soziales, Tagungszentrum Turmschanzenstraße 25, Magdeburg

Rechtsextremismus und gewaltförmiger Islamismus sind Phänomene mit jeweils spezifischen ideologischen Inhalten und unterschiedlichen gesellschaftlichen Entstehungskontexten. Gemeinsam ist beiden, dass sie sich gegen das friedliche Zusammenleben und die Grundwerte in der Gesellschaft richten und derzeit auch medial sehr präsent sind. Auch wenn beide Phänomene eine unterschiedlich hohe Relevanz für Sachsen-Anhalt haben, lohnt sich ein Blick auf Einstiegspfade, Entwicklungsverläufe, Dynamiken und Wechselwirkungen sowie sich daraus ergebende neue Herausforderungen für die pädagogische Praxis.

"Schön deutsch?" Zivilgesellschaftliche Ansätze in der Auseinandersetzung mit Ideologien der Ungleichwertigkeit

Eine bundesweite Demokratietagung des Bundesverbands Mobile Beratung in Kooperation mit dem Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftungen.

Die Selbstaufdeckung des NSU wird sich 2016 zum fünften Mal jähren. Im Prozess gegen die vermeintlichen Haupttäter/innen werden Urteile gesprochen werden. Genügend Zeit scheint ins Land gegangen zu sein, damit nicht nur staatliche Stellen, sondern auch die Zivilgesellschaft in der Bundesrepublik ihre Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Taten und aus den Ergebnissen der Untersuchungsausschüsse ziehen können.

Doch nicht nur die Aufdeckung des NSU und der damit öffentlich gewordene institutionelle Rassismus, sondern auch die Diversifizierung von Ideologien der Ungleichwertigkeit stellten und stellen zivilgesellschaftliche Ansätze vor neue Herausforderungen. Stichworte sind hier u.a. die PEGIDA-Bewegung, die Alternative für Deutschland (AfD), salonfähig gewordene rassistische oder rechtspopulistische Diskurse und die Diskussionen im Themenbereich Flucht und Asyl.

Nach den Landtagswahlen: Auseinandersetzung mit Rassismus ist bitter nötig

Pressemitteilung des Bundesverband Mobile Beratung vom 14.03.2016

Wahlerfolge der AfD deuten auf gesellschaftlichen Wandel hin

Nach dem Einzug der AfD in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sowie ihren Erfolgen bei den Kommunalwahlen in Hessen fordert der Bundesverband Mobile Beratung e.V. eine intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den demokratiefeindlichen und rassistischen Inhalten der Partei.

Jugenddemokratiepreis 2016 | HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Euer Projekt gegen Rechtspopulismus im Alltag

Bewerbungsphase eröffnet | Einsendeschluss am 15. April 2016 | Bestes Jugendprojekt wird mit 3000 Euro prämiert

Die Bewerbung

Für diesen, wie für jeden anderen Preis gilt: Bewirb dich einfach! Chancen sind nämlich da, um ergriffen zu werden.

HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Dein Projekt gegen Rechtspopulismus im Alltag

Aktuell muss sich die Demokratie so einigen Herausforderungen stellen: Antidemokratische Parolen, die nicht nur von Rechtsextremisten stammen, schüren Fremdenfeindlichkeit und stellen die Demokratie in Deutschland und der EU auf die Probe. Mehr denn je sind deshalb Werte wie Vielfalt, Partizipation und gegenseitiger Respekt gefragt, um sich entschieden gegen rechtes Gedankengut auszusprechen. Deshalb hat die Jugendjury beschlossen, den JDP 2016 unter das Thema "HIER GEHT ES NICHT MIT RECHTEN DINGEN ZU! – Dein Projekt gegen Rechtspopulismus im Alltag" zu stellen.

Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung: Mehr als 200 politisch rechts und rassistisch motivierte Gewalttaten in 2015

Angriffszahlen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt

„Wir sind mit einer dramatischen Ausbreitung rechter und rassistischer Gewalt konfrontiert.“

217 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit 316 direkt von den Angriffen Betroffenen hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt dokumentiert. Davon waren knapp zwei Drittel rassistisch motiviert. Damit hat sich die Zahl der bekannt gewordenen politisch rechts und rassistisch motivierten Angriffe im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. So hatte die Mobile Opferberatung bis Anfang März 2015 103 Angriffe für das Jahr 2014 registriert, die sich durch Nachmeldungen mittlerweile auf 120 erhöht haben. „Wir haben seit Beginn des unabhängigen Monitorings im Jahr 2003 noch nie so viele Fälle rechter und rassistischer Gewalt registriert wie im vergangenen Jahr“, so eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung.

JETZT ERST RECHT – GEMEINSAM GEGEN DEN NAZIAUFMARSCH am 19. März 2016 in Dessau-Roßlau

Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ruft zum demokratischen Protest auf

RZ_Postkarte_16_02_24.inddAm 12. März 2016 werden wir mit der 4. Auflage der Aktion EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU, dem bunten Programm BÜHNE FREI FÜR DEMOKRATIE im Dessauer Stadtpark, dem TOLERANZLAUF und den zahlreichen Aktivitäten unter dem Motto DESSAU-NORD GEDENKT vor allem eins zeigen: Dessau-Roßlau ist bunt und weltoffen! Genau eine Woche später steht die demokratische Stadtgesellschaft vor der nächsten Bewährungsprobe. Am 19. März 2015 wollen rechte Kameradschaften mit ihrem Aufmarsch durch unser Zentrum ziehen, den wahren Geschichtsverlauf leugnen, den nationalsozialistischen Terror relativieren und ihre menschenfeindlichen Parolen verkünden.