Gemeinsam für Demokratie und Weloffenheit - gegen Großveranstaltung der NPD

Das Bündnis "Sangerhausen bleibt bunt" ruft zum friedlichen Protest gegen das rechtsextreme Fest am 9. August 2014 auf

Wie schon im vergangenen Jahr hat die NPD ein Sommerfest in der Region um Sangerhausen bzw. in der Stadt selbst angekündigt. Mit bis zu 1000 zu erwartenden rechtsextremen Besuchern, plant die Partei eine Mischung aus rechtsextremer Agitation und Rechtsrockkonzert zu veranstalten, dazu sind einschlägig bekannte Redner aus der NPD und aus dem Umfeld der sogenannten freien Kameradschaften sowie entsprechende rechtsextreme Bands angekündigt. Aktuell haben die Organisatoren der neonazistischen Veranstaltung noch zwei mögliche Veranstaltungsorte angemeldet, einmal in Sangerhausen und außerdem ein Gelände in Berga. Ein breites und buntes Bündnis aus Bürgern aus Sangerhausen, Berga und der Region ruft deshalb dazu auf, sich friedlich gegen die neonazistische Großveranstaltung zu engagieren und für Demokratie und Toleranz einzutreten.

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„Die Familien wurden über Jahre diskriminiert, verdächtigt und damit stigmatisiert.“

Im Multikulturellen Zentrum Dessau wurde am 11. Juni 2014 die Wanderausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” eröffnet / Exposition gastiert danach vom 7. bis 19. Juli 2014 im City-Carré Magdeburg

Die 22 Tafeln tragen Überschriften wie „Mein Sohn starb in meinen Armen“, „Bomben gegen Migranten“ oder „Rassismus und Vorurteile prägten die polizeilichen Ermittlungen“. Die zugleich aufrührende und informative Wanderausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” beleuchtet in einem konzeptionellen Dreiklang die Biographien der NSU-Opfer ebenso, wie die neonazistischen Terrorkonzepte der 1990er Jahre und den ganzen Komplex, der mit dem vielzitierten Begriff „Ermittlungspannen“ sicherlich nur unzureichend beschrieben ist. In der vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung in Nürnberg zusammengestellten Schau wird deshalb auch schonungslos der Finger in die Wunde gelegt. So werden Aspekte der gesellschaftlichen Aufarbeitung und deren Konsequenzen ebenso beleuchtet, wie die Frage aufgeworfen wird, warum Rechtsterroristen über Jahre unentdeckt bombend, mordend und raubend durch Deutschland ziehen konnten.

Die Integrationsbeauftragte Sachsen-Anhalts, Susi Möbbeck, die im Rahmen der Gedenkveranstaltung TAG DER ERINNERUNG 2014 (mehr dazu hier…) in die Ausstellungseröffnung in Dessau einführte, fand zur gesellschaftspolitischen Einordnung deutliche Worte und würdigte vor allem den Ansatz, dass mit solchen Projekten die Opfer rechter Gewalt stärker in die öffentliche Wahrnehmung rückten. Die Ausstellungskuratorin Birgit Mair aus Nürnberg ging in einem lebendigen Fachvortrag vor allem auf Hintergründe und Querverweise ein, die in der medialen Debatte um den Nationalsozialistischen Untergrund bisher kaum eine Rolle spielen.

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“Gleichgültigkeit ist ein anderer Name für Verantwortungslosigkeit”

80 Menschen erinnern am 11. Juni 2014 in Dessau-Roßlau an Alberto Adriano und Hans-Joachim Sbrzesny

Der 10. Juni 2000 war ein Pfingstsonnabend. Die Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden lief gerade an, und während Alberto Adriano das Eröffnungsspiel bei Freunden in Dessau sieht, verpassen am Hauptbahnhof zwei 16-Jährige und ein 24-Jähriger ihre Züge. Was danach geschah, rekonstruierte das Oberlandesgericht Naumburg wie folgt: „An ihren damals szenetypischen Outfits – schwarze Springerstiefel, kurz geschorene Haare, bei einem zudem ein angedeutetes Hitlerbärtchen – erkennen sich die drei unschwer als Kameraden“. Sie betrinken sich, grölen das Afrikaner verhöhnende Afrika-Lied der Neonazikultband Landser, die 2005 zur kriminellen Vereinigung erklärt wurde. Schließlich trafen die Neonazis in den ersten Stunden des 11. Juni 2000 im Stadtpark auf  Alberto Adriano Neonazis und schlugen und traten in einer unmenschlichen Gewaltorgie so lange auf den Familienvater ein, dass er wenige Tage später seinen schweren Verletzungen erlag.

In Erinnerung an das brutale Verbrechen luden zahlreiche Vereine und Initiativen am 11. Juni 2014 zu einer Gedenkveranstaltung an den Tatort im Dessauer Stadtpark ein. Erstmals wurde an diesem Tag zudem Hans-Joachim Sbrzesny öffentlich gedacht. Kirchenpräsident Joachim Liebig sprach dazu am Dessauer Hauptbahnhof Gedenkworte. Hier war Hans-Joachim Sbrzesny in der Nacht zum 01. August 2008 (mehr dazu hier...) auf einer Parkbank eingeschlafen, als ihn zwei bekennende Rechtsextremisten solange mißhandelten, bis er starb.

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FORUM ZIVILGESELLSCHAFT IM DIALOG: DEMOKRATIE, VIELFALT UND WELTOFFENHEIT FÜR SACHSEN-ANHALT

Vernetzungskonferenz am 04. Juli 2014 in Dessau-Roßlau


Am 08. Mai 2012 fand das Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit des Landes Sachsen-Anhalt mit einer Tagung in Halberstadt seinen Auftakt. Heute, zwei Jahre später, soll eine erste Bilanz gezogen und über die Zukunft von Projekten im Rahmen des Landesprogramms und bestehender bzw. künftiger Bundesprogramme im Land beraten werden. Damit knüpft die Veranstaltung an die Tradition vergangener Vernetzungskonferenzen in Sachsen-Anhalt an. Im Rahmen des Fachforums sind zivilgesellschaftliche Akteure eingeladen, mit Abgeordneten aller Fraktionen des Landtages über Ideen und Perspektiven der Arbeit zur Stärkung von demokratischen Strukturen vor Ort und zur Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen in Sachsen-Anhalt zu diskutieren. Dabei wird auf neue Tagungsformate, bei denen die aktive Beteiligung aller Teilnehmer im Vordergrund steht, gesetzt.

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"Du weißt schon, wie in Rostock ..."

Verein Miteinander stellt Dokumentarfilm gegen das Vergessen rechter und rassistischer Gewalt im Sachsen-Anhalt der 1990er Jahre ins Internet

"Der Film leistet wirft ein Schlaglicht auf die Geschichte Sachsen-Anhalts in den Jahren 1990 bis 2000", sagte Pascal Begrich, Geschäftsführer von Miteinander e.V. bei der Veröffentlichung der Dokumentation in Magdeburg. Nicht nur in Rostock Lichtenhagen, Hoyerswerda oder Solingen kam es in den 1990er Jahren zu Ausbrüchen rassistischer Gewalt. In ganz Deutschland bedrohte sie Migrantinnen und Migranten, so auch in Sachsen-Anhalt. Die damaligen Überfälle, Brandanschläge und Hetzjagden wurden von einer rassistischen und nationalistischen Stimmung in weiten Teilen der Bevölkerung getragen. Die Folgen dieser Gewalt sind -- nicht nur für die Betroffenen -- bis heute zu spüren."

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NATURSCHUTZ UND RECHTSRADIKALISMUS II

Fachtagung vom 16. bis 19. Juni 2014 auf der Insel Vilm

Umwelt- und Naturschutzthemen werden zunehmend durch Rechtsextreme aufgegriffen. Sie versuchen durch gesellschaftskritische Inhalte (z.B. industrialisierte Landwirtschaft, Gentechnik, Tierschutz) und verschiedene Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere über Web 2.0 in sozialen Bewegungen Fuß zu fassen und Sympathieträger für sich zu gewinnen. Es besteht die Gefahr, dass bestimmte Begriffe und Inhalte, die im Naturschutz positiv besetzt sind, durch eine rechtsextreme Ideologie vereinnahmt werden. Naturschützerinnen und Naturschützer finden sich plötzlich in einer Gesellschaft wieder, der sie nicht angehören möchten. Das Problem ist bundesweit präsent, mit einem spezifischem Fokus in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen ostdeutschen Bundesländern auf die entleerten Räume, wo die überwiegenden Probier- und Experimentierfelder dieser Szene liegen. Es kann von einer Instrumentalisierung des Umwelt- und Naturschutzes gesprochen werden, einem wachsenden Milieu, das Netzwerke bildet. Es verschwindet nicht durch Nichtbeachtung.

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RELIGION IM RECHTEXTREMISMUS - Die Neue Rechte und das Verhältnis zur Transzendenz

Fachtagung vom 02. bis 03. Juni 2014 in Berlin

Wie hält es die extreme Rechte mit der Religion? Der Thorshammer ist ein beliebtes Schmuckstück, Neonazis tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Odin statt Jesus“ und einige esoterische Vorstellungen zeigen eine Nähe zu völkischer Ideologie. Viele Rechtsrocktexte beschreiben gewalttätige Erlösungsphantasien und preisen germanische Götter. Aus diesem Grund will die Facjtagung sowohl die Beziehung zwischen Neuheidentum, Esoterik und Rechtsextremismus beleuchten als auch nach der Bedeutung von Religion für die Lebenswelt rechtsextremer Jugendlicher fragen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Feindbild Kirche. Zum einen, weil sich die Kirche an vielen Stellen in Gegenbewegungen engagiert, zum anderen, weil das Christentum wegen seiner jüdischen Wurzeln und seiner Ethik abgelehnt wird.

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Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE startet Kampagne KEINE NAZIS IN DIE PARLAMENTE zu den bevorstehenden Kommunal- und Europawahlen am 25. Mai 2014

Aufrufpostkarten werden in der Stadt ausgelegt und Unterschriftenlisten verteilt

Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE in Dessau-Roßlau hat nun die Kampagne KEINE NAZIS IN DIE PARLAMENTE gestartet. In einem Aufruf zu den bevorstehenden Kommunal- und Europawahlen am 25. Mai 2014 werden die Wählerinnen und Wähler aufgefordert, ihre Stimme den Kandidatinnen und Kandidaten der demokratischen Parteien zu geben und damit den Einzug der rechtsextremen NPD in die Parlamente zu verhindern. Die NPD versucht die Sorgen, Unzufriedenheit und sozialen Lebenslagen der Menschen für ihre eigenen Propagandazwecke auszunutzen. Sie ist weder willens noch in der Lage, zukunftsfähige  Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu geben. Stattdessen spielt sie auf der Klaviatur von Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit, Demokratieverdrossenheit, Antisemitismus und Verharmlosung des Hitler-Regimes. Ihre politische Agitation setzt auf die Ausgrenzung von Minderheiten  und sozial Schwachen.

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TAG DER ERINNERUNG - Gedenken  an Alberto Adriano und Hans-Joachim Sbrzesny

Veranstaltung am 11. Juni 2014 im Dessauer Stadtpark // Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen"  im Rahmenprogramm


Am 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano im Stadpark in Dessau von Neonazis angegriffen, dabei schlugen und traten die Angreifer so extrem auf Alberto Adriano ein, dass er wenige Tage später an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb. Der brutale Mord an dem Familienvater, der als Vertragsarbeiter in die ehemalige DDR gekommen war, löste weltweit Entsetzen aus. Zur Erinnerung an das brutale Verbrechen laden zahlreiche Vereine und Initiativen am 14. Juni 2014 zu einer Gedenkveranstaltung in den Stadtpark in Dessau ein. Erstmals wird an diesem Tag zudem Hans-Joachim Sbrzesny öffentlich gedacht. Kirchenpräsident Joachim Liebig wird dazu am Dessauer Hauptbahnhof Gedenkworte sprechen. Hier war Hans-Joachim Sbrzesny in der Nacht zum 01. August 2008 (mehr dazu hier...) auf einer Parkbank eingeschlafen, als ihn zwei bekennende Rechtsextremisten solange mißhandelten, bis er starb.

Zudem wird im Rahmenprogramm die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" eröffnet, die bis einschließlich 24. Juni 2014 im Multikulturellen Zentrum der Stadt zu sehen sein wird. Für Schulklassen bietet das Alternative Jugendzentrum dazu ein Bildungsprogramm mit Workshops und Projekttagen an.

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Rechtsextremen Interventionen bürgerschaftlich begegnen

Fachgespräch für Lokale Bündnisse am 23. April 2014 in Magdeburg

Das Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt und die Landeszentrale für politische Bildung laden zum  4. Fachgespräch für regionale und lokale Bündnisse gegen Rechtsextremismus. Anknüpfend an die Veranstaltung im Oktober 2013 wird diesmal der Präsident des Landtages, Herr Detlef Gürth, die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen und zudem den Initiativen für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen dabei durchaus konkrete und aktuelle Fragen zum Umgang mit rechtsextremen Ereignissen im öffentlichen Raum: Wie sehen derzeit rechtsextreme Interventionen in unserem Gemeinwesen aus? Welche Bedeutung haben z. B. die Übergriffe im Süden von Sachsen-Anhalt? Welche überregionalen Veranstaltungen und Interventionen der rechtsextremen Szene sind in diesem Jahr zu erwarten und wie verhält sich die demokratische Bürgergesellschaft dazu?

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